Zeynep Arslan ist Sozialwissenschaftlerin, Gender- und Diversitätsexpertin, Autorin, Herausgeberin und Kuratorin. Sie arbeitet schwerpunktmäßig zu Fragen von Identitäts- und Zugehörigkeitsprozessen, postkolonialer Machtkritik, Alevismen, intersektionalem Feminismus, Migration und Plurilingualität. Ein besonderer Fokus ihrer Forschung gilt dem Alevitentum, Zazaki/Zaza-Identitäten und Mehrsprachigkeit sowie den Wechselwirkungen zwischen Sprache, Glaube, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht. Aus einer intersektionalen Perspektive untersucht sie, wie Identitäten und Zugehörigkeiten unter gesellschaftlichen und politischen Machtverhältnissen entstehen und sich verändern. Dabei beschäftigt sie insbesondere die Frage, wie subalternisierte Gemeinschaften ihre Vielfalt bewahren, inneren Pluralismus und Demokratisierungsprozesse stärken und zugleich bestehende Machtverhältnisse kritisch hinterfragen können.

Arslan initiierte und koordinierte mehrere wissenschaftliche Konferenzen, darunter:

  • Interdisziplinäre Ringveranstaltungsreihe an der Universität Wien “60 Jahre Arbeitsmigration aus der Türkei” (WiSe 2024/25)
  • Online-Programme, wo sie Expert*innen aus intersektional definierten Standpunkten heraus, für die mehrstimmige Diskussion von Fragen über pluralistisch-demokratische Inklusionsprozesse im Rahmen des gesellschaftspolitischen Zusammenlebens in den Metropolen der Welt in gemeinsamen Plattformen, zusammenbringt 
  • Intersektional-feministische Tagungen „Sister[s in] ACT[ion]“ (2020), „SISTERs in SOLIdarity“ (2023), “Sisters for Peace” (2024), “Sisters Orange the World” (2024)
  • „Achtzig Jahre Dersimgenozid“ (2018), veröffentlicht im Kurdischen Jahrbuch (Bd. 6, 2018)
  • „Zazaki – gestern, heute und morgen“ (2015), aus der der Sammelband „Zazaki – Survival and Standardization of a Threatened Language“ (2017) hervorging

Als Wissenschaftlerin veröffentlichte Arslan u.a. die Monografie „Demokratisierung durch Selbstermächtigung“ (2018, Tectum Verlag) und zahlreiche peer-reviewed Beiträge zu Gender, Migration, Alevit*innen-Diaspora und kollektiven Identitätsnarrativen – u.a. in Aspekte der österreichischen Migrationsgeschichte (2019) und Transnational Press London, Border Crossing, Göç Dergisi.

Neben ihrer Forschung widmet sie sich der Herausgabe von Konferenz-Sammelbänden und mehrsprachiger Manuskripte in bedrohten Sprachen wie Zazaki. Zuletzt erschien Sanıka Çêneka Pelevane (2021) sowie Gulvang u itiqatê Kurmancu (2023), beide im Rahmen der Reihe Grazer Plurilinguale Texte. Demnächst erscheint das nächste Buch in dieser Reihe: Sanıka Lazekê Nêçari (2026).

Arslan war von 2021 bis 2025 Gender- und Diversitätsbeauftragte für den Wiener Gesundheitsverbund. Derzeit ist Arslan im Büro des Unabhängigen Bedienstetenschutzbeauftragten der Stadt Wien engagiert. Von 2021 bis 2025 war Arslan als strategische Gender- und Diversitätsbeauftragte im Wiener Gesundheitsverbund tätig. Derzeit arbeitet sie im Büro des Unabhängigen Bedienstetenschutzbeauftragten der Stadt Wien. Dort unterstützt sie den Fachbereich der Antidiskriminierungsstelle Wien und ist für die strategische Koordination der Wiener Monitoringstelle für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zuständig. Die Wiener Monitoringstelle ist ein unabhängiges Überwachungsorgan, das die Einhaltung und Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf Wiener Landesebene begleitet. Zuvor war sie u.a. für die Stadt Wien (Integrationsabteilung, Einwanderungsbehörde), die Europäische Kommission (Brüssel), Princess Basma Center (Jerusalem) sowie die Tageszeitung Evrensel (Istanbul) tätig.